Das Gefangenendilemma bei Sächzig!

Mai 5, 2011

Das Gefangenendilemma einmal anders. Beim Münchner Traditionsverein TSV 1860 liegen die Nerven blank.

TSV 1860 München Logo

TSV 1860 München

Nun, soweit also nichts Neues. Hasan Ismaik, jordanischer Geschäftsmann der gerne in den Verein mit dem Pleitegeier doppelschwänzigen Löwen ein paar Euro investiert hätte, fällt ein, dass dazu der Vermarkter IMG getrost Leine ziehen könnte. Das macht er laut spoX.com zur Bedingung, dann

… steht einem Einstieg nichts im Wege. Ich bin startklar und bereit zu unterschreiben, heute, morgen oder nächste Woche. [1]

Insidern [2] ist aber klar, dass dies wohl die erste Halbzeit ist – oder die halbe Wahrheit. Die Zweite ist vom sogenannten Gefangenen-Dilemma bestimmt. Kurz gesagt: keiner will der Erste sein. Die Gläubiger des Vereins, so die Einigung, müssten auf einen Teil Ihres Wechsels verzichten. Dazu ist der Gläubiger auch bereit, wenn nur der Andere zuerst … Es ist wie im Kindergarten. Oder eben wie im Gefangenendilemma[3]. Denn wenn die Gläubiger nicht unterschreiben, verlieren sie durch die Insolvenz mindestens das Gleiche, pekuniär, verglichen mit dem Teilverzicht auf den man sich bereits geeinigt hatte. Wahrscheinlich aber mehr.

Das Problem: nächste Woche könnten schon die Lichter ausgehen.
Dem leidgeprüften Fan bleibt nur Himmiherrschaftszeitenkreizkrutzifixsackllzement, es greisligen Deppen woits fei glei eire Kreizerl macha, sunst staubt’s!

[1] spox.com
[2] Bin I bläd, ha?
[3] Das Gefangenendilemma bei Wikipedia

Advertisements

2 Responses to “Das Gefangenendilemma bei Sächzig!”


  1. Was wäre eigentlich an einem sauberen Neuanfang in der Bayernliga so schlimm? Legt ein echter Löwen-Fan so viel Wert darauf, nach Paderborn und Ingolstadt zu reisen, anstatt nach Rosenheim und Schweinfurt, dass er bereit ist, den Verein dafür am Tropf eines obskuren jordanischen Investors hängen zu sehen?

    Mir ist schon klar, dass der TSV nach seinem Selbstverständnis eigentlich in die Bundesliga gehört. Genau so wie die Mehrheit aller Vereine im Profifußball… Wäre es nicht besser, wenn sie stattdessen anstreben würden, zu der Minderheit zu gehören, die finanziell sauber wirtschaftet?

    • neglectable Says:

      Hehe, dass Sechzig „stattdessen anstreben würden, zu der Minderheit zu gehören, die finanziell sauber wirtschaftet?“ wäre mal ein echter Traditionsbruch.
      Im Selbstverständnis der Löwen und auch vieler Münchner gehört 1860 tatsächlich eher in die nationale Liga als z.B. Oberhausen, Fürth oder Hoffenheim. Letztlich braucht auch Deutschland einen zweiten Bundesliga-Verein aus München, München braucht die Sechz’ger sowieso und der FCB wäre ein Schatten seiner selbst ohne den Erzfeind.
      Im Ernst: es gibt m.E. keinen logischen Grund gegen einen anständigen Neuanfang (aber eine Millionen emotionaler Gründe).

      Vielleicht ist der Jordanier nicht ganz so dubios – wie kommst Du eigentlich drauf? – und warum sollte für den TSV nicht gelten, was für Chelsea, Salzburg und viele andere Vereine auch geht (naja, ManU …)?

      Letztlich: Wenn sich der Kaiser daselbst dafür stark macht


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: