Vom Schmerz, Recht zu haben (1)

April 16, 2010

Wenn Sie Kinder haben, oder ein Regierungschef sind, dann kennen Sie das Gefühl. Oder vielleicht als Vorstand oder Trainer.

Sie sehen, bildlich gesprochen, den Kleinen beim Spielen zu. Es ergibt sich die Situation, in der Ihnen klar wird: das kann nicht gut gehen. Treffen Sie ihre Entscheidung. „Bis wieder einer von Euch schreit … !?“ rufen Sie ihnen hinüber. Wie schlimm kann es werden? Sollen Sie eingreifen? Oder nur mahnen? Oder einfach zusehen, und die geliebten Bengel eine wichtige Lektion lernen lassen?

Europa wird ‚vorher‘ eingreifen. Sie wird dem Rotzlöffel Griechenland die Leviten lesen und ihm dabei liebevoll unter die Arme greifen. Und das wird die Sache nur schlimmer machen.

Der selbstgefällige Göttergatte

Der selbstgefällige Göttergatte

Ich habe mich bereits unter dem Titel Europa gib Zeus den Laufpass damit beschäftigt, und nun hat das auch noch jemand gelesen: Im Interview „Griechenland muß pleitegehen“ des Handelsblatt mit dem Vermögensverwalter Bert Flossbach bringt dieser es auf den Punkt.

So gut es tut, wenn man als Mahner nicht alleine steht, so schön das prinzipiell sein mag, Recht zu haben – so schmerzhaft ist es doch, wenn der Racker erst auf die Fresse gefallen ist.

Ich habe dem Titel eine Seriennummer (1) gegeben. Ich muss wohl nicht erläutern, warum.

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6 Responses to “Vom Schmerz, Recht zu haben (1)”

  1. Freiheit567 Says:

    Also ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich von all deinen Blog-Einträgen sehr angetan bin. Obgleich ich bei keinem Einzigen bisher deiner Meinung bin, was wahrscheinlich an unterschiedlichen philosophischen / weltanschaulichen Grundhaltungen liegt, finde ich es doch sehr interessant zu beobachten, dass wir uns im Grunde exakt für die gleichen Themen interessieren und es ist schön (und sehr bereichernd) diesbezüglich auch mal eine andere Meinung zu lesen. Vernachlässigbar sind diese Themen im Übrigen nicht, ganz im Gegenteil.

    Ich habe hier auch noch einen -meines Erachtens- interessanten Artikel über die Zukunft Europas für dich:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/6/6137/1.html

    Beste Grüße
    Freiheit567

    • neglectable Says:

      Das freut einen natürlich zu hören, Danke. Und konstruktiv-kritischen Bemerkungen gegenüber bin ich ohnehin aufgeschlossen. Andererseits, wenn ich mir Deinen Währungsfarce Artikel ansehe, soweit sind wir voneinander nicht weg, denke ich.

      Der Artikel ist super, auch die weiterführenden Links sind hilfreich. Ich bin zwar mit dem Ansatz und der Konsequenz nicht komplett einverstanden, muß mich aber erstmal durchwühlen.

      • Freiheit567 Says:

        Gerne! Das Lob war auch als Ansporn gedacht, diesen Blog fleißig weiterzuführen.

        Danke! Den EWF-Artikel zu schreiben hat mich auch bisher mit weitem Abstand am meisten Zeit gekostet, weil ich auch kein Währungsexperte bin, zumindest noch nicht.

        Das hatte ich mir schon fast gedacht, dass du hinsichtlich der Konsequenz nicht ganz meiner Meinung bist ;). Ich denke aber, dass ein Währungsraum, der bei jeder Krise sofort zu zerbrechen droht, definitiv nicht von Dauer sein kann…

        Beste Grüße
        Freiheit567

  2. n00dl3 Says:

    Auch wenn das meiste hier (da Deutsche- und EU Politik, Wirtschaft) für mich als Schweizer erstaundlicherweise bedeutend ferner wirkt und ich deshalb auch nicht wirklich mitreden kann, ist es mir wichtig mich Freiheits Komplimenten anzuschliessen. Denn das mitlesen geniesse ich hier ausgesprochen fest.
    Danke. ;)


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