Passionsgeschichte vergessen

April 2, 2010

Hm, ich bin neulich über ein Blog gestolpert, welches mir – unbeabsichtigt – vorgehalten hat, daß ich einen wichtigen Aspekt vernachlässigt habe: Die Passionsgeschichte. Sagen wir lieber Leidensgeschichte. Passion klingt mir nach fluffigem Eierschaum, aber das ist wohl ein persönliches Ding.

Als ich die Reflektionen zum Aprilscherz schrieb, habe ich diesen Teil des Marketingaspekts unterschlagen: besagte Leidensgeschichte. Wieso? Weil sie eigentlich beliebig ist. Als Marketinginstrument. Ich behaupte, der Mensch hat schon immer eine Vorliebe für Einzelschicksale gehabt. Moderne Medien nutzen das: all die Dramen um Ehrenmorde, Discobesucherunglücke, Zivilopfer in Kundus und, ja auch Kindesmißbräuche, interessieren uns doch erst, wenn sie ein Gesicht haben. Das ist billige Psychologie.

Wieviele Typen hat unser Freund Pilatus ans Kreuz geschlagen? Einen? Drei? Eben. Aber die anderen haben natürlich keinen Leidensweg hinter sich, klar. Alles Jungs aus gutem Haus, Geld wie Heu und ein Leben ohne Entbehrungen. Haben zeitlebens das Maul gehalten und sind bei irgendeiner Dummheit erwischt worden. Nicht der Rede wert. Vernachlässigbar.

Danke, theolounge.

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